Welt-Zöliakie-Tag

Brot, Kekse, Backmischungen, Nudeln, Eis, Gewürze - das alles und noch viel mehr haben Supermärkte mittlerweile auch glutenfrei im Sortiment. Das freut nicht nur die ca. 70.000 Deutschen mit diagnostizierter Zöliakie (Glutenunverträglichkeit). Auch gesunde Menschen setzen immer häufiger auf eine glutenfreie Ernährung und erhoffen sich damit ein paar Kilos abzunehmen oder ihre Fitness zu steigern. Was ist dran an diesen Überzeugungen? Passend zum Welt-Zöliakie-Tag am 16. Mai findest du hier einen Mythen- und Fakten-Check.

Macht Gluten uns alle krank?

Nein! Gluten ist nur schädlich für Menschen, die von einer Glutenunverträglichkeit betroffen sind. Der Begriff Glutenunverträglichkeit umfasst neben der Zöliakie (dauerhafte Unverträglichkeit des Immunsystems gegenüber Gluten) auch die der Weizenallergie (Lebensmittelallergie) und der Gluten- und Weizensensitivität (eine nicht allergische, glutenbedingte Funktionsstörung). „Alle drei Formen haben gemeinsam: Ein Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel führt zu einer Besserung der Symptome“, sagt Ulrich Ladurner, Präsident von Dr. Schär. „Menschen, die unter Zöliakie leiden, müssen lebenslang komplett auf Gluten verzichten.“ Menschen, bei denen dagegen eine Gluten-/Weizensensitivität diagnostiziert wird, schädigen ihren Darm nach derzeitigem Kenntnisstand nicht und können unter Umständen sogar eine glutenarme Ernährung vertragen. Besteht keine solche medizinische Notwendigkeit, dann ist der Verzehr von Gluten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung nicht schädlich.

Mythos Leistungssteigerung

„Dass eine glutenfreie Ernährung für jeden Menschen gesünder ist, lässt sich wissenschaftlich nicht bestätigen“, erläutert Prof. Dr. med. Martin Storr, Gastroenterologe am Gesundheitszentrum Starnberg. „Weizen, Roggen und Gerste enthalten nämlich, vor allem als Vollkornprodukte, auch viele wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralien, beispielsweise Eisen, Vitamin D und K, auf die man nicht so einfach verzichten kann.“ Wer seine Ernährung umstellt, muss deshalb darauf achten, diese Nährstoffe aus anderen Quellen ausreichend zu sich zu nehmen.

Mythos Abnehmen

Der Hollywood-Mythos des Abnehmens durch die glutenfreie Ernährungsweise ist genau das: ein Mythos. Denn die Promis nehmen durch den Verzicht auf Kohlenhydrate ab, nicht durch den Verzicht auf das Klebereiweiß Gluten. Fest steht: Wer glutenhaltige Produkte einfach durch glutenfreie Nahrungsmittel ersetzt, die die gleiche Menge Kohlenhydrate aus anderen Quellen enthalten, wird nicht automatisch abnehmen. Eine etwaige Gewichtsreduktion, vor allem in der Anfangszeit, resultiert meist aus der allgemein bewussteren Ernährung und dem Verzicht auf spontane, meist nicht glutenfreie Snacks zwischendurch.

Hängen Reizdarm und Gluten zusammen?

Erinnerst du dich noch an die Reizdarm-Studie der Charité Berlin? Die Forscher waren auf eathealthy zugekommen und wir hatten einen Probandenaufruf gestartet. Das war im Januar. Jetzt gibt es die ersten Ergebnisse.  Wirklich spannend ist, dass ein Drittel der Reizdarmpatienten positiv auf eine glutenfreie Ernährung reagierten und somit eine Weizensensitivität haben.

 

Hier findest du eine Auswahl leichter eathealthy-Rezepte ohne Gluten:

Pilz-Puten-Spieße mit Kichererbsen-Dip

 

 

 

 

 

 

Kresse-Eier-Salat

 

 

 

 

 

 

Marinierte Erdbeeren mit Holunderquark

 

 

 

 

 

 

 

 

Wichtig: Nicht ohne Diagnose glutenfrei essen!

Wer den Verdacht hat, glutenhaltige Nahrungsmittel nicht zu vertragen, sollte sich unbedingt von einem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft untersuchen lassen. Dies geschieht z.B. durch einen Bluttest in Verbindung mit einer Dünndarmbiopsie (Zöliakie), einen Allergietest (Weizenallergie) oder klinisch durch ein Ausschlussverfahren (Gluten-/Weizensensitivität). Vorsorglich glutenfrei zu essen macht keinen Sinn und kann schnell zum Eigentor werden. "Eine glutenfreie Diät verfälscht die Diagnostik", warnt Sofia Beisel, Ökotrophologin bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft. Dann verschwinden zöliakie-typische Antikörper und der Arzt kann die Krankheit nicht mehr sicher nachweisen.

 

Fotos: Misha, Vetter, Victoria Huber, Marieke Dammann

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